Montag, 21. Februar 2022

Erinnerungen an Auswanderer 1867

 Die Familie Kaup, Friedrich mit Vater Joseph wanderte 1867 von Haaren "Schwattemeyers" Haus nach West Point, Amerika, aus. Darüber hat die Urenkelin Angela ein Buch geschrieben nach den Erzählungen des Großvaters und somit Erinnerungen festgehalten. Als Amerikanerin hat sie auch um 1995 Haaren besucht. Das 157 seitige Buch "Voices of the Prairie" hat das Format eines Taschenbuches und ist komplett in englisch geschrieben. Einige kleine genealogische Fehler enthält es, könnten aber auch gewollt sein.



Donnerstag, 13. Januar 2022

Historische Arbeitsgruppe für Haaren

 oder auch für das Stadtgebiet sollte gegründet werden. Wer daran interessiert ist und genügend Idealismus mitbringt, sollte sich mal über Mail an haaren@online.ms melden.

Je nach Zusammensetzung könnte man sie auch für das Stadtgebiet erstellen oder unserem/einem Heimatverein unterstellen.

Ich freue mich auf Anregungen und Antworten.

Auch über die unveröffentliche Kommentarfunktion (unten) möglich.

MfG

Reinhold Uhl


Mittwoch, 12. Januar 2022

Lebensmittel auf Karten?

 Damit ist nicht die Scheckkarte zum bezahlen an der Kasse gemeint sondern eine Zuteilungskarte in der schlechten Zeit nach dem Kriege.

Lebensmittelkarte von 1950 Januar und Februar

Mit dieser Karte konnten mittellose Personen, wie neu angekommene Vertriebene und Evakuierte die notwendigen Lebensmittel wie Brot, Butter, Fett, Fleisch und Zucker in geringen Mengen erwerben.

Es waren schlechte Zeiten in denen usere Eltern aus den Kriegsjahrgängen mit dem Fahrrad über Land fuhren um Lebensmittel aus eigenem Anbau gegen Bekleidung und Sonstiges auch tauschten.

Den Landwirten ging es damals in diesem Bezug noch recht gut im Gegensatz zu den Evakuierten aus dem Ruhrgebiet, der Häuser und Hab und Gut durch Bomben vernichtet wurde oder den Vertriebenen und Geflüchteten aus den Ostgebieten wie Schlesien und Ostpreußen, die von Polen vertrieben wurden.

Leider sieht die heutige Lage auch nicht gerade rosig aus obwohl wir, im Gegensatz zu den Flüchtlingen aus dem Osten, noch sehr gut leben.

 

Freitag, 31. Dezember 2021

3 Häuser weniger in Haaren

 In Haaren mussten in diesem Jahr für Neubauten weichen:

1. Haus "Hasenengelkes" https://bw-haaren.blogspot.com/2021/04/der-alte-hof-von-hasenengelken-wurde.html 

2. Haus Uhrmacher Bernhard Gockel in der Braukstraße, abgerissen im Mai 2021

Braukstr. 17

 

3. Haus "Kaskaspers" in der Stadtecke, erster bekannter Besitzer Johannes Künsting "Kaskaspers" abgerissen im Dezember 2021

Stadtecke 12 (alte Nr. 15)


Frohes Neues Jahr 2022

Zum Ende des Jahres wünsche ich unseren Lesern zum Neuen Jahr 2022 viele Glück und Gesundheit und bedanke mich für die Besuche und Beiträge im vergangenen Jahr.

Freitag, 19. November 2021

Aktuelle Projekte zu unserem Ort

 Die Dokumentation "alte Häuser in Haaren"

ist schon lange in Arbeit und es geht in kleinen Schritten weiter. Wie ein großen Puzzel kommt eine Info, ein Bild, ein Name zusammen und werden festgehalten. Dafür werden alte Hausfotos, auch Teilansichten und alte Personenfotos gesucht. Auch Hochzeitsfotos sind sehr hilfreich da sie nicht nur das Brautpaar zeigen sondern auch die längst vergessenen Brauteltern. Die Erben werden bei den Fotos sagen: "kennen wir nicht, Ablage Mülleimer" und so verschwinden wertvolle Infos zu Haarener Bürger.

Die Dokumentation "Vertriebene nach dem  2. WK"

gestaltet sich ebenfalls recht schwierig da die Zeitzeugen von damals fast alle verstorben sind oder sich nicht mehr dran erinnen und deren Kinder die Vertreibung nicht wissentlich erlebt haben. Auch hier werden noch Fotos und Dokumente gesucht.

Die Dokumentation  "Amerika, wir kommen"

behandelt die Auswanderung Haarener Familien seit 1816 bis nach 1900. Über 100 Personen verließen in der armen Zeit Haaren und versuchten Ihr Glück in Amerika. Die Mehrzahl traf sich in West Point, Nebraska wieder  und gründeten dort untereinander neue Familien. Das Telefonbuch in West Point gleicht dem alten Telefonbuch von 1951: Kaup, Scharfen, Ernesti, Göke, Spenner usw findet man dort drinnen.
Einige Briefe aus USA haben damals Haaren erreicht.

Die Auflistung "Haarener Bücher und Schriften"

mit über 80 Exponaten nähert sich langsam seinem Ende, jedoch finden sich hier und dort immer mal eine Festschrift die bisher unbekannt oder vergessen war.

Haarener Anichten und Kunst

zeigt über 80 Postkarten  sowie Gemälde und Werbeartikel mit Haarener Motiven.
Eine kleine Buchauflage konnte 2018 schon erstellt werden.

Infos zu den Projekten nimmt haaren@online.ms gerne entgegen


Sonntag, 7. November 2021

Verschwundene Hausnamen, Häuser

"Schmidtraben": So wurde zuletzt die Familie Henke genannt, bevor die jüdische Familie Bendix Grünewald, das Haus übernimmt und es dann als "Pinnes" bekannt wird. Gemeint ist das Wohnhaus des ehmaligen Bürgermeisters Gockel in der Karlstrasse. Abbruch im Jahr 2020.

"Thielemeier" Ein Haus, welches hinter der kleinen Schmiede (heute nebendem Jugendtreff in der Sebastianstraße) stand. Die Hausnummer war 138 und gehörte der Familie Joannes Conradus Kluten. Ein Teil dieser Familie wanderte 1880 nach Amerika aus.

"Beiken" Der Hausname ist zwar noch bekannt und wird dem Haus Nr.27 an der Helmerner Straße zugeordnet, Familie Ernesti. Ursprünglich gehörte der Name "Beike" aber zu dem Haus Nr.66 im Oberdorf, Wilhelm Thiele. Es stand etwa auf den heutigen Innenhof der Fam. Kappius. Wilhelm Thiele wanderte nach Amerika aus und verkaufte das Anwesen an seinen Nachbarn Kappius, der damit seinen Hof vergrößern konnte. Die Hausnummer 66 erhielt 1932 ein Ferdinand Ernesti von "Hasenengelken".

"Klocken"  nannte man die Familie Wilhelm und Franz Knievel, wohnhaft an der heutigen Karlstraße zwischen Schulte und Hasen (im Garten). Als Franz 1861 starb hinterließ er seine Ehefrau Gertrud Goeken mit 5. Kinder. Sie wanderten 1866 nach Nebraska aus. Gertrud hat diesen Umzug nicht verkraftet und starb 1866. Das Anwesen ging an die Nachbarn Künsting, die Hausnummer 77 wurde frei und später an den Schäfer Leniger (Pummelecke).

"Hiäziges" war der Hausname des Hauses Nr.42 und wurde bewohnt von der Familie Isaak Hesse um 1830. Bei dem Großbrand im August 1847 fiel es den Flammen zum Opfer. Isaak erhielt von der Versicherung 450 Thaler und baute das Haus neu auf. Nach weiteren 2 Generationen heiratet ein Leo Bachenheimer in die Familie ein. Seitdem wird es "Bachenheimer" genannt. Nach dem 2.WK kauft es die Familie Ernesti. Nach einigen Umbauten wird es im April abgerissen und durch ein Seniorenwohnheim ersetzt. Standort? gegenüber "Emma Rose Stiftung".

"Schwattemeyers" Nr.107 vermutlich wohnte dort einmal ein Meyer der durch seine schwarze Haarfarbe auffiel, (kann nicht bewiesen werden) auch als "Schwattemeggers" bekannt. Heute wohnt die Familie Simon (Kirchweg) dort, deren Urgroßvater Heinrich und Elisabeth es von einem Fritz Kaup erworben hat. Kaups wanderten 1857 nach Nebraska aus. Darüber gibt es sogar einen Roman in englisch.

Montag, 26. Juli 2021

Libori 1897

 


Libori 1897: Da war alles ganz anders

85jähriger Haarener erzählte die Geschichte

Anläßlich des Libonfestes schickte Paderborn, dem WV folgende Geschichte, die ihm ein 85jähriger Haarener erzählt hat­te:

Es mag an Libori 1897 gewesen sein, als In Helmem, Kreis Bü­ren, der achtjährige Wilhelm mit seiner elfjährigen Schwester Berta gegen 7 Uhr morgens los­marschierten, um in Paderborn einen mageren Hahn, den sie in einem Korb mitschleppten, zu verkaufen. Der kleine Wilhelm hatte zuvor mit einem Messer seine Schuhe vom aufgeschlitzt, weil sie zu, klein waren. Auf dem langen Wege versuchten es die beiden mal barfuß, mal in Strümpfen und wieder in Schu­hen.

Auf der Westernstraße, etwa vor der Eisenhandlung Oberbeck, promenierten sie etwas ver­schüchtert auf und ab. Schließ­lich fragte Kaufmann Oberbeck, der die beiden schon eine Weile beobachtet . hatte, ob sie den Hahn verkaufen wollten, und was er kosten sollte. Die Mutter hatte den Kindern eingeschärft, daß der Hahn zwei Mark bringen müßte. Sie bekamen das Geld.

Nun ging es zum Pottmarkt, wo sie fünf Steingut-Kaffeetas­sen kaufen sollten. Die Tassen kosteten 1,75 Mark; den Rest von 25 Pfennig durften sie für sich verwenden, denn es war ja Libo­ri. Da die Kinder einen großen Hunger verspürten, kauften sie sich jeder eine Rinderwurst und ein Brötchen. Damit war das Geld auch schon ausgegeben.

Obwohl es auf dem Liboriberg noch so manche Verlockung zu sehen gab, gingen sie wieder schnell aus der Stadt und ver­zehrten dann in aller Ruhe ihre schöne Rinderwurst. Froh und glücklich trafen sie spät nach­mittags wieder bei Muttern ein und erzählten im ganzen Dorf: "Wir waren auf Llboril"

Sonntag, 25. Juli 2021

„In Haaren hat de Boen de Oen verfroren"

Aus Westfälisches Volksblatt v. Fr. 23.7.2021

Wenn das Mäken auf dem Guul sitzt

Von Dietmar Kemper

PADERBORN (WV). .,Höpper" nannten die Paderborner den Frosch, .,Mäken" ein Mädchen. Und wenn es im Winter eiskalt war und sich die Bauern die Ohren warm­rieben, sagte man in Haaren: „In Haaren hat de Boen de Oen verfroren", während es im nicht weit entfernten Leiberg hieß: .Jn Leiberch hat de Buen de Uen verfru­en",

Die Beispiele zeigen: Das paderbörnische Platt wirkt wie aus der Zeit gefallen und konnte sogar von Dorf zu Dorf unterschiedlich sein. Wie unsere Vorfahren gesprochen haben, be­schreiben Doris Tophinke, Nadine WaJlmeier und Ma­rie-Luis Merten in dem Buch .Das paderbörnische Platt:

Niederdeutsch im Gebiet der Kreise Paderborn und Höxter". Es ist im Aschen­dorff-Verlag in Münster als dritter Band der Reihe zu westfälischen Mundarten erschienen. Doris Tophinke ist Professorin für Allgemei­ne und germanistische

Sprachwissenschaft an der Universität Paderborn und erforscht das Niederdeut­sche in Geschichte und Gegenwart. Die Germanistin Nadine Wallmeier arbeitet als Wissenschaftliche Mit­arbeiterin im Projekt „Dia­lektatlas Mittleres West­deutschland (DMW)" mit, in dem die Universitäten Pa­derborn, Bonn, Münster und Siegen Dialekte in NRW, Niedersachsen und Rhein­land-Pfalz lokalisieren und auswerten. Marie-Luis Mer­ten wiederum befasste sich in Paderborn bis zu ihrem Ruf an die Universität Zü­rich mit der Grammatik des Niederdeutschen.

Aber warum lohnt sich die Beschäftigung mit dem Platt- oder Niederdeutschen überhaupt noch, wenn kaum noch jemand es praktiziert und versteht? .Bis ins 16. Jahrhundert hinein wurden auch im Paderborner Raum nur Niederdeutsch oder La­tein gesprochen und ge­schrieben, das war nicht nur die Sprache der Bauern", be­tont Doris Tophinke. Ausge­hend von den Städten sei dann ab dem 17. Jahrhundert nicht mehr niederdeutsch geschrieben worden, und nach 1945 habe man auch weitgehend aufgehört, es zu sprechen und an die Kinder weiterzugeben. Tophinke: „Plattdeutsch wurde stark abgewertet. Eltern hatten die Sorge, dass die Kinder in der Schule ein Problem bekommen, wenn sie zuhause nur Platt sprechen."

Noch beherrschen ältere Menschen das paderbörni­sche Platt. .,In Elsen, Osten­land oder Leiberg gibt es noch viele Plattsprecher in der Generation 60-plus", weiß Nadine Wallmeier. Für den Dialektatlas Mittleres Westdeutschland hat sie seit Ende 2016 bereits 200 Per­sonen befragt - zum Beispiel dazu, wie sie auf platt­deutsch eine Katze oder Pfanne nennen, ob es sprachliche Unterschiede im Nachbardorf gibt und mit wem sie sich noch in dem Dialekt unterhalten. Die interviewten Menschen sol­len auch Sätze übersetzen wie „Der gute alte Mann ist mit dem Pferd durchs Eis gebrochen und ins kalte Wasser gefallen". Sie stam­men von dem Sprachwis­senschaftler Georg Wenker aus dem 19. Jahrhundert und dienen noch immer als Grundlage für die Recherche über deutsche Dialekte und Dialektgrenzen.

Was ist das Eigentümliche am paderbörnischen Platt? .Die niederdeutschen Dia­lekte unterscheiden sich nicht so sehr bei den Konso­nanten, der Unterschied liegt im Vokalismus", ant­wortet Doris Tophinke. Im paderbörnischen Platt gebe es viele Zwielaute, also zwei Selbstlaute hintereinander. Als Beispiel dafür nennt Na­dine Wallmeier „Guul" oder „Giul" für Pferd. Hier folgen zwei Vokale aufeinander so wie in „Hius" für Haus.

Neben dem paderbörni­schen Platt gibt es das Pa­derbörnsch, was nicht das­selbe ist. Beim Versuch der Paderborner Stadtgesell­schaft, im 18. Jahrhundert Hochdeutsch zu sprechen, sei viel Plattdeutsch einge­flossen und diese Mischung bezeichne man als Pader­börnsch, erläutert Doris Tophinke und nennt „chanz chut" als Beispiel dafür.

Tophinke (57) und Wall­meier (45) fänden es schade, wenn das Plattdeutsche aussterben würde. Denn dann würden schöne Wörter wie „betuppen" für betrü­gen, .Katte" für Katze oder „Mulwurp" für Maulwurf mit verlorengehen. Übri­gens ist auch „Paderborn" plattdeutsch und bezeichnet die Quelle der Pader.

Das Buch „Das paderbör­nische Platt: Niederdeutsch im Gebiet der Kreise Pader­born und Höxter" ist im Aschendorff-Verlag erschie­nen, hat gut 100 Seiten, die ISBN-Nummer 978-3-402- 14346-9 und kostet 9,95 Euro. 

Dazu noch ein kleinner Hinweis auf einen früheren Artikel zur "Plattdeutschen Messe" https://haaren-anno.blogspot.com/2020/11/plattdeutsche-messe.html

Montag, 19. Juli 2021

Filme über Haaren

 

https://www.youtube.com/watch?v=dz-PZ... #LWLFilmarchiv #Haaren #1940


Die „Einblicke ins Filmarchiv“ zeigen in 3-4 Minuten ausgewähltes Originalfilmmaterial aus den umfangreichen Filmarchiv-Beständen des LWL-Medienzentrums für Westfalen. Die Filmquellen aus verschiedensten Themenbereichen und Jahrzehnten sind eindrucksvolle Zeitdokumente und geben vielfältige Einblicke in die Geschichte der Region Westfalen und den Alltag der dort lebenden Menschen. Professionelle Aufnahmen, aber auch Amateurfilme aus Westfalen-Lippe reichen bis in die 1920er Jahre zurück. Gerade das Amateurfilmmaterial erlaubt einen scheinbar unverstellten Blick auf das Leben der Menschen und vermittelt eine unmittelbare Nähe zu deren Alltag, erfordert aber auch eine fundierte Einordnung. Die „Einblicke ins Filmarchiv“ werden daher von Experten aus dem Filmarchiv anmoderiert, die die Filmquellen genauer vorstellen. Kurz und prägnant geben sie Hintergrundinformationen zur Entstehungszeit sowie zur Art des Materials und stellen die jeweiligen Filmemacher:innen vor. Die Online-Textdatenbank unseres Filmarchivs ermöglicht zudem eine Recherche in über 4.000 Filmdokumenten, die in voller Länge als Digitalisat angefragt werden können: https://bit.ly/3s0FwJm Hier geht's zu weiteren "Einblicken ins Filmarchiv": Camping am Sorpesee | bei Arnsberg 1930er: https://www.youtube.com/watch?v=9IQAo... Seifenkisten-Rennen | Drolshagen 1962: https://www.youtube.com/watch?v=CUG1k... Hausbesetzung im Heusnerviertel | Bochum 1980er: https://www.youtube.com/watch?v=oKOzE... Schnadgang und Poaläsen | Mellrich 1973: https://www.youtube.com/watch?v=ogOjt... Autokauf | Gevelsberg 1950er: https://www.youtube.com/watch?v=Ix0lA... Karneval | Attendorn 1970er: https://www.youtube.com/watch?v=dz-PZ... #LWLFilmarchiv #Haaren #1940
 

 Alltagsleben im Paderborner Land 1939 – 1947 Videodatei im mp4-Format, 2002 historischer Film, ca. 30 Min., s/w
https://westfalen-medien-shop.lwl.org/download-medien/